Auswärtstour nach Bremen
SVW-SGE 1-2 – 12.05.2007
Um viertel vor 7 traf ich noch im Halbschlaf am Niederräder Bahnhof ein und dort auf einen ebenso müden Benni mit einem Rucksack der so voll mit Kirschbier und anderem gepackt war dass man sich ernsthaft sorgen um die Nähte machen musste. 10 Minuten später wollten wir den Söder am Bahnhof treffen, gemütlich bei Mecces frühstücken und dann um 7.26 im Zug Richtung Bremen zu Sitzen. Das letzte Auswärtsspiel 06/07 stand an und während Werder noch Chancen auf die Meisterschaft hatte ging es für die Eintracht mal wieder ums pure Überleben. Nach dem grandiosen 4-0 gegen Aachen in der Vorwoche, dass eigentlich hätte 10-0 ausgehen müssen, sah es aber ganz gut für uns aus. So lange Aachen nicht gegen Wolfsburg gewann waren wir sicher durch. Schöner wäre natürlich selbst alles klar zu machen, aber wirklich daran glauben, ich konnte es jedenfalls nicht. Zum Abschluss einer geilen Saison gespickt mit außergewöhnlichen Auswärtsspielen wollten wir noch mal richtig einen drauf machen und entschlossen uns mit dem WET nach Bremen zu gurken und nach dem Spiel der Altstadt in Düsseldorf einen kleinen Besuch abzustatten.
So standen wir da also rum und warteten, von Söder war jedoch keine Spur. Um kurz nach 7 dann der Anruf: „Ich hab verpennt!“ Na toll. Das fing ja super an! Doch zum Glück schaffte er es doch noch rechtzeitig um ca. 20 nach zum Zug zu kommen in dem wir bereits die 2 magischen B’s frühstückten: Burger und Bier! Die Fahrt konnte also beginnen!
Am Südbahnhof stieg dann noch der Tibor ein und es entwickelte sich ein schönes „Verarsch-den-Söder Spiel“. So verging die Zeit schnell und wir kamen gegen 9 in Fulda an wo wir umsteigen mussten. Der neue Zug war so eine kleine Sardinenbüchse einer privaten Firma und es stellte sich heraus dass die Toilette wieder einmal nicht funktionierte (vgl.: Bochumfahrt). Zum Glück wurde irgendwo an einem Bahnhof ein zweiter Zug angekoppelt. Benni und ich nutzen die Gelegenheit und rannten nach hinten um in den komplett leeren anderen Zug zu steigen. Hier war die Toilette auch offen. Es stellte sich zwar heraus dass die Spülung nicht funktionierte, doch auf derartige Details konnten wir leider nicht achten.
Bei der nächsten Station ging es dann wieder nach vorne zu den anderen beiden und die Fahrt ging weiter bis wir dann irgendwann Göttingen erreichten wo wir Zeit für einen Besuch beim König der Burger hatten. Der Fastfoodcounter stand nun also auf 2. Weiter ging es dann nach Hannover und nach etwas Konfusion und falschen Anrufen stieß dann irgendwo auf dem Weg auch der Alex zu uns der ja hier oben wohnt. Die Gruppe war also komplett. Nach 13h hatten wir dann noch mal eine Pause in Hannover wo der Fastfoodcounter ein weiteres mal umsprang und Söder im Regen stand. Dann ging es im vierten Zug endlich in Richtung Hansestadt Bremen, wo wir um 20 vor drei eintrafen. Auf dem Weg hatten sich noch 2 15 jährige Trottel beim etwas übertriebenen Anstoßen gegenseitig die Hand aufgeschnitten. Wirklich großes Tennis. Wir packten unsere Kästen und Rucksäcke in einen Locker und machten uns inmitten übler Regenschauer per Straßenbahn auf zum Stadion. Nach gut 20 Minuten und einem lustigen Gespräche mit einigen netten Bremern kamen wir genau rechtzeitig am Weserstadion an.
Der Block war schon komplett gefüllt, so stellten wir uns erstmal in die letzte Reihe. Doch wir merkten schnell dass wir dort, umringt von Hoppern und Schweigern und dank überhängendem Oberrang mit sehr eingeschränkter Sicht, wohl wenig Spaß haben würden. Also begaben wir uns doch weiter nach unten. Wir waren grade vorne angekommen und suchten noch nach guter Sicht, da lief plötzlich Ama allein aufs Tor zu und drasch das Ding tatsächlich an Frau Wiese vorbei ins Netz! Ausrasten! Torpogo! Und schon hatten wir auch Platz…
Die Eintracht trat selbstbewusst auf und spielte Richtig stark. Bremen wirkte Ideenlos und schwach, auch wenn sie sicherlich 70% Ballbesitz hatten. Leider kam Hunt nach eine guten Halben Stunde aber doch mal durch und schob den Ball am zwar blöd aussehenden aber doch ziemlich chancenlosen Oka vorbei. Doch die Adlerträger ließen sich nicht entmutigen, standen weiterhin gut und setzten gefährliche Konter. Irgendwann kam dann unter großem Jubel die durchsage dass die Dortmunder gegen die Gazpromjünger 1-0 Führten und auch Stuttgart zurück lag. Bremen hatte also die Chance auf einen richtigen Bigpoint hier! Das sollte dann allerdings auch das einzige Mal gewesen sein, dass man von den Bremern irgendwas hörte.
Die zweite Halbzeit ging eigentlich genauso weiter wie die erste. Bremen wurde jedoch stärker und es kam die durchsage dass Aachen 2-0 gegen Wolfsburg führte. Jetzt hieß es aufpassen! Sollten wir hier noch verlieren wären wir wieder mitten drin im Schlamassel! Doch dann, es muss so um die 75. Minute gewesen sein, da kam dieser Fink über rechts in den Strafraum gerannt, genau auf Wiese zu. Will an ihm vorbei gehn. Verhaspelt sich aber. Die Chance scheint vorbei. Mit letzter Kraft schafft er es den Ball noch mal von der Auslinie zu kratzen und direkt quer vors Tor zu spielen wo er Naldo trifft und von seinem Bein ins Tor purzelt. Geil! Wahnsinn! 2-1 in Bremen, das wäre der sichere Klassenerhalt! Jetzt war natürlich gut Rabatz im Block!
Kurz drauf dann auch noch die Meldung dass Aachen ausgeglichen hatte. Die letzten 10 Minuten waren dann einfach nur noch Party, denn auf dem Spielfeld tat sich nichts mehr.
Auch wenn viele vor der Saison vielleicht mehr erwartet hatten… Dieses Minimalziel Klassenerhalt jetzt in Bremen klar zu machen, das war schon extrem geil und wurde auch nach dem Spiel gebührend mit der Mannschaft gefeiert. Auch die anderen Endergebnisse wurden durchaus wohlwollend aufgenommen, hatte doch der FC Gazprom 06 die sicher geglaubte Meisterschaft ausgerechnet in Dortmund verspielt! Da muss man doch einfach drüber Schmunzeln, auch wenn man sonst für beide Vereine gleich wenig übrig hat.
Nach einer guten halben Stunde machten wir uns wieder auf Richtung Hauptbahnhof. Wiederum machten wir gute Erfahrungen mit den Bremern in der Straßenbahn die ja allen Grund hatten traurig oder sauer zu sein, das ganze aber größtenteils sportsmännisch und mit einer Brise Humor aufnahmen.
Wir holten unsere Sachen aus dem Locker und wollten eigentlich nur noch schnell ein Fischbrötchen essen. Aber warum sollte es denn am Bremer Hauptbahnhof Fischbrötchen geben? Fehlanzeige. Der Einheitsbrei von Ditsch, CroBag und Co, den es auf 99% aller anderen Bahnhöfe auch gibt konnte uns in diesem Fall nicht überzeugen. Stattdessen liefen wir kurz nach draußen und entdeckten zu unserer Verwunderung ein brennendes Auto auf dem Parkplatz. Das stand da einfach so rum und brannte friedlich und lichterloh vor sich hin bis nach ein paar Minuten mal die Feuerwehr antanzte. Keine Ahnung was das zu bedeuten hatte. Wir verabschiedeten uns dann jedenfalls vom Tibor der direkt nach hause fuhr und saßen um kurz vor 19h im Regionalexpress, Ziel Düsseldorf!
Nach einer guten Stunde mussten wir in Wunstorf, kurz vor Hanoi zum ersten mal umsteigen. So standen wir 4 dann in bester Laune am Bahnsteig, zusammen mit ca 20 Bremern als plötzlich der Sonderzug der 96er aus Bielefeld am Gleis gegenüber einrollt. Nach ein paar netten Begrüßungen sahen wir erstmal einen Regen an Flaschen auf uns zu fliegen. Dazu diverse Provokations- und Einschüchterungsversuche 14-jähriger Möchtegerne aus den geöffneten Fenstern und Türen… Naja, es hat nicht wirklich gewirkt. Wir blieben einfach stehen, sahen zu von keiner Flasche getroffen zu werden und ignorierten das Pack ansonsten weitestgehend. Weiter ging es dann mit der S Bahn nach Minden, wiederrum ohne Toiletten. Da hilft im Fall der Fälle nur eine leere Flasche… In Minden mussten wir noch einmal Richtung Dortmund umsteigen und fanden uns dann auf einer Kreuzfahrt durch Westfalens Fußball-“Prominenz“ wieder. Von Bielefeld über Gütersloh bis Ahlen – Alles war dabei! Außerdem befand sich mit uns im Zug ein sehr merkwürdiger und stark alkoholisierter Bielefeldfan – ja wirklich, Bielefeld! Ich war ja selbst erstaunt dass es so etwas tatsächlich gibt. Jedenfalls hatte der Typ 2 Trikots übereinander an und erzählte irgendwas davon dass ein Spieler ihm das eine vorhin im Stadion geschenkt hätte. Merkwürdigerweise hatte das Trikot aber weder Namen noch Nummer aufgedruckt. Unterhaltsam wars aber allemal!
Es muss wohl gegen 22h gewesen sein als wir dann in Dortmund ankamen wo am Bahnhof immer noch halbwegs Party angesagt war. Wir ließen den Fastfoodcounter auf 4 springen ehe wir uns dann endlich in den Zug nach Düsseldorf begaben! Dort angekommen war es wohl halb zwölf und wir steuerten direkt die Altstadt an! Auf dem Weg kamen wir an einer U Bahn Treppe vorbei in der merkwürdigerweise ein riesiger Ast lag. (Wie kam der da nur rein frag ich mich? *hust* ) Endlich am Ziel angekommen begaben wir uns zu erst einmal in den Irish Pub den wir bereits von der Bochumfahrt kannten. Später fanden wir dann noch eine sehr geile Eckkneipe in der bei guter Stimmung erstmal diverse Altbierrunden flossen, bis das gute Zeug irgendwann leer war und es nur noch Pils gab. Darauf verzichteten wir dankend und machten uns nach einem weiteren Stopp bei BK (Counter: 5) wieder auf den Weg zum Bahnhof. Söder pöbelte auf dem Weg ein wenig grundlos in der Gegend herum, bewarf einen Porsche mit Pommes und legte sich mit einem Assi an. Dafür schenkte er einem Penner dann auch 3 Kippen um es wieder gut zu machen. Wir verabschiedeten uns dann vom Alex und saßen irgendwann gegen 4h im Zug Richtung Kölle. Der Rückweg verlief recht unspektakulär. Söder und ich pennten die meiste Zeit, Benni kotzte sich gehörig aus… In Koblenz verpassten wir beim letzten mal umsteigen die Chance den Fastfoodcounter auf 6 zu erhöhen. Es ging einfach nichts mehr rein.
Gegen 10h morgens rollten wir dann wieder in der Mainmetropole ein. 27 Stunden Auswärtsfahrt waren zu Ende – Und das war auch gut so!
Am Ende bleibt ein sehr geiler Abschluss einer teils durchwachsenen Saison die aber, gerade was die Auswärtsfahrten angeht mit diversen absoluten Highlights gespickt war!
Bremen war definitiv eines dieser Highlights! Daran besteht kein Zweifel!
Es war eine dieser Fahrten an die man sich noch nach Jahren gern erinnern wird, weil einfach alles gestimmt hat.
Sportlich genial, Stimmungsmäßig sowieso, zumindest was uns 5 angeht, und dazu viele lustige und bleibende Erinnerungen!
Ich für meinen Teil freue mich jetzt schon mal auf August, denn dann gehts wieder los, und wir werden sicher wieder das ein oder andere mal dabei sein…
THE END

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