Einmal Kuba und zurueck

27 01 2008

Playa del Carmen war ganz nett. Ein wunderschoener Ort mit Traumstrand, aber leider auch eine totale Touristenhochburg. „Hay muchos Gringos“ und es wird ueberall englisch gesprochen und in Dollar bezahlt. Im Endeffekt eben ein Strandort wie es ihn ueberall gibt, man koennte genausogut in Spanien oder Australien oder der Tuerkei sein… aber es ist in der tat ein wunderschoener Strandort! Ich blieb 3 Naechte und machte Tagsueber Ausfluege auf die nahe Insel Cozumel, (die mir allerdings gar nicht gut gefiel, weil sie als beliebter Kreuzfahrtsstop sogar noch weitaus mehr touristisch und ergo weniger mexikanisch ist), und zu den Maya-Ruinen von Cobá. Letzteres war einst eine der groessten Mayastaedte, ist aber noch nicht so weit erforscht, ausgegraben und restauriert wie viele andere und daher noch ziemlich abgelegen im Wald versteckt. Der Bus setzt einen ca. einen Kilometer vom Eingang entfernt an einem Restaurant ab, von wo man dann an einem See entlanglaufen muss. Ich sah so im laufen weiter vorne einige Autos anhalten und Leute rausspringen und wunderte mich schon, bis ich dann ploetzlich bemerkte, dass quasi direkt im Strassengraben ein grosses Croc lag! CRIKEY! 2 Mexikanische Kinder, um die 7 oder 8 Jahre alt fuetterten das Tier mit einem Stueck Fleisch an einer ca. 1m langen „Sicherheits“-Schnur und verlangten natuerlich prompt „Propina“, Trinkgeld also von allen umstehenden Touristen… Die Ruinen sind bei weitem nicht so spektakulaer wie die bisher gesehenen, aber es ist schoen dass man relativ frei zwischen den alten Haeusern herumlaufen und auf die grosse Pyramide Nohoch Mul, die hoechste im Yukatan, hinaufsteigen kann. Da die Gebaudekomplexe weit auseinander liegen kann man sich ein klappriges Fahrrad mieten und damit auf dem Gelaende herumfahren, was ich natuerlich gemacht habe. Ueberall im Wald sieht man dabei noch jedemenge grosser Anhaeufungen an Steinen die total ueberwuchert sind… Die Archeologen haben hier noch einiges zu tun!

Montag morgen nahm ich dann den Bus nach Cancun zum Flughafen. Mit einer extrem klapprigen, engen und alten russichen Maschine des Typs Jakolew 42 (noch um einiges haerter als unser Bulgarienflug damals) ueberquerte ich mittags den Golf von Mexiko und landete um kurz vor 16h in Havanna. Schon am Flughafen merkte ich anhand der vielen in der Gegend herumstehenden antiken und russischen Flugzeuge: Hier gehen die Uhren etwas anders. Waehrden der Fahrt per sehr modernem Touri-Taxi in die Innenstadt bestaetigte sich der Eindruck, obwohl es bereits dunkel war. Ein lustiger Mix aus vorrevolutionaeren riesigen Amischlitten und winzigen klapprigen Ladas faehrt auf den Strassen herum und es bietet sich einem die ein oder andere Kuriositaet. So zum Beispiel die zu Bussen umfunktionerten Tieflader (siehe Bild).

Da es in Kuba keine Hostels gibt, und die Touristenhotels sehr teuer sind liess ich mir von einem Freund in Merida raten in eine Casa Particulare zu gehen. Das sind familien die die Lizenz haben in ihrer Wohnung einen Raum zu vermieten, natuerlich unter jedemenge Auflagen. So bekommt man fuer knapp 10 Euro ein gutes Zimmer mit Bad und dazu die Erfahrung in einer (mehr oder weniger)  kubanischen Familie zu leben, was ich genial finde! Ueber hostelworld.com kann man diese Casas problemlos buchen. Ich kam in einer netten 3-Generationen Familie unter (Oma, Mutter und Tochter) und teilte mir den Raum mit einem Brasilianer der hier zur Sprachschule ist. Fuer 2 Euros mehr gab es dann auch noch jeden morgen ein super Fruehstueck mit Saft, Kaffee, Ei, Wurst, Gemuese, Obst… Was will man mehr?!

Am naechsten morgen machte ich mich dann auf Havanna zu erkunden. Das Haus liegt genau zwischen den Hauptvierteln La Habana Vieja und Vedado, wobei ersteres die Altstadt ist und zweiteres ein neueres Hotelviertel. Man kann sich in der 2-Millionenstadt problemlos zu Fuss bewegen und so lief ich erstmal in Richtung Capitolio. Dieses ist eine exakte Nachbildung des Capitols in den Washington DC, und liegt im Zentrum von Habana Vieja. Die riesige und einst sicherlich unglaublich schoene Altstadt ist proppevoll mit grossen, prachtvollen Kolonialgebaeuden. Leider sind saemtliche dieser Gebaeude, mit nur ganz wenigen Ausnahmen, in einem Zustand der sie eigentlich nur noch zum Abriss qualifiziert. Ich habe ja mitlerweile doch die ein oder andere Grossstadt in „Entwicklugslaendern“ gesehen, aber der Zustand dieser Innenstadt ist schon extrem und kann einen schon fast traurig machen. Schoen zu sehen dass die Kubaner trotz allem ein sehr freundliches und lustiges Volk zu sein scheinen. Sehr angetan war ich allerdings von den alten Autos, die hier in Huelle und Fuelle herum fahren. Teils in recht gutem Zustand, und viele davon als Taxi fungierend.

Eine weitere Sehenswuerdigkeit ist der Malecón, eine fast 10km  lange Uferpromenade an der sich jeden Nachmittag tausende von Leuten einfinden und die Sonne geniessen, Angeln oder sonst etwas machen. Hier, ebenso wie in Vieja, trifft man auch jedemenge Touristen, vorallem auch haufenweise amerikaner. Da Kuba keinen Stempel in den Pass macht ist es eigentlich kein grosses Problem als Amerikaner aus Mexiko oder Kanada einzureisen. Die Kubaner empfangen sowieso alle touristen mit offenen Armen. Nur Dollar sind nicht so gerne gesehen (und mit 10% besteuert) Deshalb wurde vor einigen Jahren eine 2. Waehrung eingefuehrt, die eigentlich nur fuer die Touristen existiert, der Peso Convertible (CUC) der 1-1 an den Dollar gekuppelt ist. Das macht die Dinge teilweise, zumindest anfangs, etwas kompliziert, aber im Endeffekt muss man sowieso an saemtlichen Touri-orten mit CUC bezahlen.

2 weitere wichtige Dinge in Kuba, klar: Rum und Zigarren. Beides gibt es jederzeit und an jeder Ecke, und die Leute machen auch jedemenge gebrauch davon. Warum nicht vormittags um 11 einen Cuba-Libre trinken? Viel anderes gibt es ja sowieso nicht zur Auswahl… Es gibt genau 2 Biere, ein helles und ein (ziemlich gutes) dunkles, natuerlich beide staatlich, und 3 Sorten ebenso staatliche Softdrinks. Ansonsten Wasser, und manchmal Saft oder Importgetraenke wie Red Bull oder Becks. Das wird doch schnell langweilig, da trinke ich lieber einen Rum!

Mit dem Brasilianer aus der Casa ging ich abends meistens noch irgendwo in der Nachbarschaft etwas essen und ein Biersche trinken. Es gab 2 Haeuser weiter eine kleine Strassenpizzeria, die koestliche Pizzas fuer 10 Kubanos, also 0,40 CUC, also 0,30 € an den Mann bringt, und in der Nachbarstrasse eine kleine Familienkueche in der jeden Tag eine andere Speise auf dem Menue steht, ebenso fuer 30 Cent. Da kann man zumindest sicher sein, dass man nicht allzuviele Touristen antreffen wird! Ebenso gibt es in der Nachbarschaft ein kleines Kino. Hier stehen fuer unglaubliche 4 Cent relativ aktuelle und interessante Filme zur Auswahl, so zum Beispiel „der Untergang“… auf deutsch (mit spanischen untertiteln)! Marco wollte diesen Film sehen, und da ich ihn noch nicht kannte bin ich auch mit gegangen. Zu meiner Ueberaschung war das Kino modern und sauber, mit grosser Leinwand und guter Tonqualitaet. Neben dem Taxi vom Flughafen das einzige Moderne, dass ich hier in diesem Land angetroffen habe. Der 10 Minuten Stromausfall mitten im Film kann ja nun schwerlich dem Kino angelastet werden… Es war auch nicht der erste seit ich in der Stadt war.

Eine weitere wichtige Sehenswuerdigkeit ist das Museo de la Revolucion, in dem , sehr neutral und gar nicht einseitig *huestel* die Geschichte des sozialistischen Kubas erlaeutert wird. Es ist aber wirklich eine riesige und interessante Ausstellung! Leider nur etwas trocken und langwierig. Interessant auch zu lernen dass in den 80er Jahren CIA Agenten das Dengue-Fieber sowie die Schweinepest ins Land schleusten und ausserdem verschiedene technische Anlagen manipulierten. Klar, liegt schon auf der Hand eigentlich! Die Gegenthese, dass diese Vorkomnisse vielleicht etwas mit dem absoult miserablen Zustand der Infrastruktur und Hygieneverhaeltnisse zu tun haben koennte klingt auch wirklich ziemlich abstrus…

Alles in allem waren diese 4 Tage in Havanna wirklich sehr Eindrucksreich. Schon interessant wie dieses Land funktioniert und wie viele Dinge doch sehr anders sind, obwohl es natuerlich auch hier laengst jedemenge Adidasschuhe, Ikeamoebel, RedBull-dosen und Peugeotautos gibt. Trotzdem fuehlt man sich teilweise ein bisschen wie in einer anderen Welt.  Man darf gespannt sein was passiert wenn Fidel erst mal weg ist. Ich bin jedenfalls froh, dass ich mir diesen Ausflug gegoennt habe!

Heute morgen bin ich zurueck nach Cancun geflogen und ohne weitere umschweife per Bus zurueck nach Playa del Carmen und weiter nach Tulum gefahren. Hier werde ich mir morgen die Ruinen direkt am Strand anschauen und dann weiter richtung Sueden fahren um moeglichst Uebermorgen schon nach Flores in Guatemala zu kommen. Schaumerma…

Playa del Carmen in Mexico

Las Ruinas de Cobán

Kuba! Super schönes Zimmer bei der Gastfamilie…

El Malecon, die Uferpromenade von la Habana…

Che Guevara. Der Volksheld schlechthin…

Coco Taxis und schöne alte Cruiser!

„Bus“ auf kubanisch…

Das Kapitol. Eins zu eins Kopie von dem in Washington

La Habana Vieja, die Altstadt…

auf der spanischen Festung:

Mmmmmh Rum! Das Museum der „Havana Club“ Brennerei!

geile alte Flieger auf dem Flughafen…





El Mundo Maya

19 01 2008

Der Bus von San Christobal de las Casas nach Palenque war mal wieder einer der Sorte „Ich brauche 5 Stunden fuer 150 Kilometer“. Man muss eben auf einer relativ kleinen und sehr kurvigen Strasse diverse Bergpaesse ueberqueren und sich dann Stueck fuer Stueck in die Ebene der Yukatanhalbinsel herunterschlaengeln. Palenque liegt genau dort wo die ersten Huegel des zentralen Hochlands sich aus dieser Urwald-Ebene erheben. Eine ziemlich spektakulaere Lage. Einige Kilometer von der alten Ruinenstadt entfernt liegt das neue Palenque, eine haessliche kleine Stadt, die aber auch wirklich gar nichts zu bieten hat. Ich hatte aber von einem guten Hostel im kleinen „El Panchan“ entlang der Strasse zu den Ruinen gehoert, und bevorzugte es mich dort einzuquatieren. El Panchan ist im Endeffekt eine kleine Ansammlung an Hostels mit einem Restaurant, mitten im Dschungel. Noch am selben Nachmittag fand sich eine Gruppe Bruellaffen auf einem Baum mitten im ort ein, um ein paar Fruechte zu essen und genau das zu tun was ihr Name vermuten laesst, sehr zur Belsutigung der Hostelgaeste.

Am naechsten morgen lief ich schon ziemlich frueh den Kilometer die Strasse hoch zu den Ruinen um dort vor der Mittagshitze und den Tourigruppen zu sein. Es ist schon ein ziemlich Beeindruckendes Bild. Man steigt nach dem Eingang einige Hundert Meter durch dichten Dschungel einen Huegel hinauf, ueberquert einen kleinen Bach mit Wasserfall und dann lichtet sich die Vegetation ploetzlich und vor einem stehen die Ueberreste einer einst riesigen und maechtigen Stadt. Pyramiden, Haueser, Tempel und jedemenge kuenstlich angelegter Terassen und Treppen. Auf die meisten der Gebaude kann man klettern und sich umschauen und sogar in den ein oder anderen Eingang hineingehen der in dunkle, nasskalte Katakomben fuehrt… Alles in allem eine Hochinteressante Erfahrung. Irgendwie unglaublich sich vorzustellen dass hier vor 1000 Jahren hochentwickelte Menschen lebten, dass ihre Hauser und Pyramiden mit leuchtenden Farben, hauptsaechlich rot, bestrichen und mit prachtvollen Stuckverziereungen uebersaet waren, und vorallem was der Grund ist, dass die Stadt um 900 einfach verlassen und das prachtvolle Gelaende wieder dem Dschungel ueberlassen wurde. Eine raetselhafte, faszinierende Zivilisation, diese Maya. Ich verbrachte einige Stunden in der Stadt und bestieg so ziemlich jede einzelne der alten Ruinen. Vorher hatte ich mich mit diesem Thema eigentlich nie gross beschaeftigt, aber ich muss wirklich sagen, ich bin beeindruckt von den Mayas! Am naechsten Tag machte ich vormittags noch eine Tour zu einigen grossen Wasserfaellen in der Umgebung mit, unter anderem dem Agua Azul in dem man in ein paar herrlich blauen und erfrischend kuehlen Becken schwimmen kann. Abends nahm ich dann einen weiteren Nachtbus nach Campeche, an der Golfkueste.

In Campeche kam ich um 3h nachts an, irgendwie eine ziemlich schwache Zeitplanung meinerseits… So musste ich also erstmal 3 Stunden im (immerhin sehr neuen und schoenen) Busbahnhof herumsitzen, bevor ich um 6 mein Gepaeck in der Aufbewahrung abgeben konnte und mich in die Stadt begab. Ich wollte mir die nette Kolonialstadt nur fuer einen Tag anschaun und dann abends weiter ins nicht weit entfernte Merida fahren. Frueher war Campeche ein wichtiger Handelshafen und von staendigen und ueblen Piratenangriffen geplagt. Deshalb sind die buntbemalten Haeuser des Zentrums von einer dicken Mauer umringt. Nach einem netten, ruhigen Tag begab ich mich dann abends wieder zur Busstation und fuhr weitere 2 Stunden nach Merida, die Hauptstadt Yukatans! Auf der Plaza Zentral war an diesem Abend ein riesiges Fest zugange, um den 466. Geburtstag der Stadt zu feiern! Ist ja auch wirklich ein hoher Anlass! Die Mexikaner finden zur Not immer irgendeinen Grund fuer eine Fiesta! Ich ging also noch mal eine Runde und ass einen Elote (Maiskolben am Spiess mit jedemenge Mayonese eingerieben, dann mit Streukaese eingehuellt und Chili Puvler obendrauf) einer meiner neuen Lieblingssnacks! Montag besichtigte ich Merida, bin aber nicht wirklich begeistert. Die PLaza ist zwar ganz nett, aber ansonsten gibt es hier nicht viel, nur jedemenge Verkehr und dreckige heruntergekommene Haeuser. Allerdings ist Merida so etwas wie die Haengematten-Hauptstadt der Welt! Die qualitativ hochwertige und sehr fein gewebte yukatekische Haengematte gibt es hier an jeder Ecke! Ich suchte also ein mir empfohlenes Geschaeft auf (Der Haengemattenhorst, in der Haengemattenstrasse, im Haengemattenviertel) und kaufte dort gleich 3 der guten Stuecke um sie nach Hause zu schicken (ersatz und so) Das war allerdings hoffentlich mein letztes Paket aus Mexiko. Die unfaehigen Postbeamten hier gehen mir echt langsam auf den Sack. Da kommt der doch echt an und will mein Paket mit Prittstift zukleben…

Dienstag stand ein Highlight auf meinem Programm! Nicht weit von Merida liegt eine der groessten und definitiv die best-restaurierteste Mayastadt im Wald: Chichen Itza, deren groesste Pyramide, El Castillo, erst letztes Jahr offiziell zum Weltwunder ernannt wurde. Die riesige Pyramide ist quasi ein Stein gewordener Mayakalender, 365 Stufen, 18 Terassen (fuer deren 18 Monate), 52 Tafeln an der Fassade (der Mayakalender umfasste Runden von 52 Jahren). Und jedes Jahr zur Sonnenwende ergibt sich wohl eineLicht-schatten-Illuison die aussieht als ob eine Schlange die Treppen hinunter bzw hinauf kriecht. Leider kann man die Bauwerke nicht mehr besteigen, seit vor einem Jahr einer von der Pyramide gefallen ist. Aber das ist vielleicht sogar besser so, denn bei der Masse an Touris die hier jeden Tag sind waere es sowieso komplett ueberfuellt auf den paar besteigbaren Gebaeuden. Der Ort liegt halt in perfekter Reichweite zu den Tourihochburgen Cancun und Playa del Carmen und ist dementsprechend extrem voll von Tagestour-gruppen. Allerdings ist das Gelaende weitlaeufig genug dass es auch einige ruhige Gegenden gibt, und die Touren besichtigen ja sowieso nur die 3 wichtigesten Gebauede.

Nachdem ich jetzt also sowieso schon voll auf dem Mayatrip war, wollte ich am naechsten Tag auch noch das nahegelegene Uxmal besichtigen. Zusammen mit einem Ascheberscher Eintrachtfan den ich im Hostel getroffen hatte fuhr ich dann also Mittwochmorgen die knapp 1,5 Stunden per 2.Klasse Bus. Auch Uxmal war einst eine grosse, glanzvolle Stadt und hatte riesigen Einfluss, bevor es dann irgendwann einfach aufgegeben wurde. Hier war es wieder etwas ruhiger und vorallem leerer und man konnte die Atmosphaere geniessen und zusammen mit jedemenge Iguanas ein bisschen zwischen den alten Gemaeuern in der Sonne chillen. Bis auf die groesste Pyramide waren auch eigentlich alle Gebaude offen. So soll es sein! Nachmittags ging ich dann mal ins Reisebuero um mich ueber einen Flug nach Kuba zu informieren. Ich hatte gedacht gelesen zu haben es sei extrem schwierig dort ein Visum zu bekommen, aber nachdem ich nun haufenweise Leute getroffen hatten die mir alle sagten es sei Problemlos und ich hier in mehreren Reisebueros Werbung fuer guenstige Fluege nach Havanna gesehen hatte, wollte ich es dann doch mal genauer wissen. Und siehe da: Das Visum wird vom Reisebuero direkt mit organisiert, somit gab es eigentlich kein Grund mehr nicht fuer einige Tage nach Havanna zu fliegen!

Am Donnerstag ging es dann mittags weiter nach Playa del Carmen, wiederrum eine 5 Stunden Busfahrt. Hier in Playa gibt es einen Ableger meiner Sprachschule aus Oaxaca, und einige meiner Ex-Mitschueler sind momentan noch fuer einige Wochen hier. Nun werde ich einige Tage hier am Strand verbringen und vielleicht mal einen Abstecher nach Cancun machen (was mich allerdings momentan nicht so wahnsinnig reizt) bevor ich am 21. fuer 5 Tage nach Havanna fliege! Que bonito!

Las ruinas de Palenque

Souveniers zwischen den Pyramiden…

Misol-Ha. Ein Wasserfall im Dschungel.

Agua Clara. Das Wasser ist wohl sonst klarer…

Agua Azul, die blauen Wasserfälle

Ein Sonntag in Campeche…

Der Golf von Mexiko im Morgengrauen…

Merida. Hauptstadt des Yukatan.

Die Pyramiden von Chichen Itzá

Der berühmte Kalendertempel. Seit 2 Jahren offiziell Weltwunder.

Pyramiden von Uxmal:

Abend in Merida…





On the Road again…

9 01 2008

Neujahr habe ich mit der Gastfamilie verbracht. Die Schwester meiner Gastmutter hat ein Restaurant und da fanden sich dann so um die 50 Familienmitglieder ein. Es war ganz lustig, aber im Endeffekt sass ich die meiste Zeit dumm rum waehrend sich alle ausgetauscht haben… Ist ja normal, die haben sich ja alle lang nicht gesehen. Wenn jemand mit mir redet, und das halbwegs langsam, dann verstehe ich das schon die meiste Zeit, aber wenn sich zwei (oder mehrere) Mexikaner ueber irgendwas unterhalten stehe ich doch ziemlich ratlos daneben… Hablan muy rapido!

Am naechsten Abend stand dann wieder „Café Social“ an. Mittwochs abends treffen sich alle Solexico-Schueler (die wollen) in einer Bar und es gibt diverse Getraenke „2 for 1″. Nach einigen Bieren und Mezcals entschlossen 2 Mitschueler von mir uebers Wochenende an den Strand zu fahren. Die Idee gefiel mir irgendwie gut, gerade wo ueber Oaxaca dieser Tage eine ziemliche Kaeltefront hereingebrochen war… So kauften wir uns dann am Donnerstag mittag nach der Schule ein paar Bustickets und ich packte mein Zeug wieder zusammen und verabschiedete mich von meiner Family. Ich habs ja schon oft gesagt, es hat mir wirklich gut gefallen in Oaxaca, doch ich konnte es ebenso kaum erwarten wieder unterwegs zu sein!

Der Bus verliess Oaxaca am Donnerstag abend um 9 und kam Freitag morgen gegen 6 in Pochutla an. Von hier aus muss man per Taxi oder Camioneta (Pickup-Truck) noch gute 15 Minuten fahren um nach Mazunte zu kommen. Wir waren genau rechtzeitig zum Sonnenaufgang dort. Ich hatte die Gegend ja schon beim Weihnachtsroadtrip durchfahren und kannte mich daher halbwegs aus. Mazunte ist ein winziges Nest mit extrem alternativem Flair. Zwischen den paar mehr oder weniger heruntergekommenen Holzhaeusern die einfache Raeume oder Haengematten vermieten laufen jedemenge Huehner, Hunde und Hippies herum. Ein toller Ort zum relaxen und faul sein… Das Meer ist hier auch nicht ganz so rau und gefaehrlich wie in vielen Nachbarstraenden. Es gibt zwar recht grosse Wellen aber keinen Untersog, somit kann man eigentlich unbesorgt schwimmen.

Am naechsten Morgen machten wir uns mal auf den Weg zur Lagune an der Playa Ventanilla, die ganz in der Naehe liegt. Wir hatten gehoert es sei hier sehr schoen und es gaebe Krokodile und jedemenge anderer Tiere. Paddeltouren mit Guide werden fuer 2,50€ pro Person angeboten, da kann man eigentlich nicht nein sagen. Und tatsaechlich, schon nach knapp 20 Metern sahen wir das erste, ziemlich grosse, Krokodil am Rand in der Sonne liegen. („Crikey! Thots a Croc!“) Andere folgten sehr bald, und ausserdem gab es noch jedemenge Voegel, einen Iguana und einige Schildkroeten. Auf einer Insel machten wir halt und bekamen noch eine Aufzuchtsstation mit jedemenge junger Krokodile, sowie ein komisches Opossum-artiges Tier zu sehen. Nach ein paar frischen Kokosnuessen zur Erfrischung ging es dann zurueck. Alles in allem ein wirklich interessanter Trip, und auf dem Rueckweg zur Hauptstrasse (man muss etwa einen Km laufen) lag sogar noch eine ziemlich grosse gruene Schlange auf der Strasse vor uns in der Sonne! Jetzt fuehlte ich mich entgueltig als der neue Steve Irwine! („Thots a biuuuutiful snoik!“)

Sonntag mussten die anderen beiden dann wieder nach Oaxaca zurueck. Ich wollte nach San Christobal de las Casas weiterfahren, doch dummerweise war der naechste Platz im Bus erst 2 Tage spaeter frei. So musste ich also noch 2 Tage am Strand bleiben. Das leben ist hart! Ich verbrachte also noch einen Tag in Mazunte und einen weiteren in Zipolite, mehr oder weniger durchgaengig entweder am Strand oder in der Haengematte. Im Endeffekt war ich dann Dienstag mittag aber wirklich bereit endlich los zu ziehen! Per Camioneta ging es zurueck nach Pochutla, wo ich abends um 7 endlich in den Bus steigen konnte. Die Busse sind soweit ziemlich gut, zumindest die erste klasse, aber die kosten in den meisten Faellen nur knapp 10% mehr als 2. Klasse, das ist es mir dann doch Wert auf einer 12 Stunden Fahrt eine Toilette, sowie halbwegs Beinfreiheit zu haben. Unterwegs werden Filme gezeigt, allerdings meistens irgendwelche sehr merkwuerdigen. Naja, immerhin.

Als ich heute morgen dann erwachte war es gerade am daemmern und wir fuhren zwischen Kiefernwaeldern in ein nebliges Tal hinein. San Christobal de las Casas liegt auf 2200 Metern, und dementsprechend traf mich dann erstmal der Schock als ich ausstieg und es vielleicht knapp ueber 0 Grad hatte. Eine richtig klare, knackig kalte Gebirgsluft! Eigentlich etwas schoenes, aber es braucht doch etwas Gewoehnung wenn man gerade vom Strand kommt wo es ca 30 Grad und 90% Luftfeuchtigkeit hat…

Ich suchte mir ein Hostel, von denen es hier Scharenweise gibt und machte mich dann auf die gerade erst erwachende Stadt zu erkunden. San Christobal ist eigentlich recht aehnlich wie Oaxaca, nur noch etwas kleiner und ruhiger. Eine schoene alte Kolonialstadt mitten in den Bergen und eine extrem Indigen gepraegte Bevoelkerung. Der Bundesstaat Chiapas ist derjenige mit der hoechsten quote an „Ureinwohnern“. Die beiden Hauptgruppen hier sind die Tzotzil und die Tzeltal, beides Mayanachfahren die hier im abgelegenen Hochland viele ihrer alten Traditionen bewahren konnten. Auf dem Markt hoert man zum Beispiel sehr viele Menschen in Tzotzil sprechen und ueberall laufen die in bunte Stoffe gekleideten Frauen mit mehreren Kindern (und manchmal auch dem ein oder anderem Huhn) bepackt herum. Alles in allem wirklich eine sehr interessante Stadt, die sicher auch einige Tage mehr Wert waehre (vorallem das Umland). Aber ich werde morgen schon weiter nach Palenque fahren, zurueck ins feuchtheisse Klima des Dschungels!

La Playa de Mazunte

kleiner Ausflug zum „grossen Kaktus“

Laguna de la ventanilla

CRIKEY!! THOTS A HUUUUUUGE CROC!!!

San Christobal de las Casas