Lima, Peru

20 02 2008





Adios Mexico…

18 02 2008

Aus dem Classico wurde leider nichts. Ich bin extra schon eine Stunde frueher ans Stadion gefahren, und war bereit auf dem Schwarzmarkt den einen oder anderen Peso liegen zu lassen, aber da hatte ich die Wichtigkeit dieses Spiels unterschaetzt! Es gab keinen Schwarzmarkt. Ich hab nicht einen einzigen Haendler zu sehen bekommen, und bei Anpfiff standen wohl noch mehrere Tausend ebenso erfolgsloser Fans mit mir vor dem Stadion. Schade eigentlich. So ass ich wenigstens ein paar leckere Tacos, hoerte ein bisschen der geilen Stimmung im Chivas-Block direkt ueber mir zu und lachte mir einen ab, als ploetzlich von innen die Gesaenge in ein lautes „Goooo[...]ooool“ uebergingen und daraufhin alle Leute draussen ausrasteten und vor zum Zaun vor der Treppe rannten (wo man genausowenig sehen konnte) Nach einer knappen halben Stunde nahm ich dann den Bus zurueck in die Stadt (zur Komplettheit: Chivas gewann mit 2-0, 2 mal Omar Bravo) Im Aufenthaltsraum des Hostel hatte sich eine lustige Runde eingefunden, inklusive eines 72 jaehrigen, weder englisch noch spanisch sprechenden Japaner, der reichlich Tequilla ausschenkte. Spaeter zogen wir noch weiter zu einer Studenten-HausParty, bei der Bier, Tequilla und Fusel in stroemen flossen, und es muss wohl so um die 5h morgens gewesen sein dass ich wieder zurueck ins Hostel kam. Dementsprechend war ich ganz froh dass die Tequilla-Tour am naechsten Morgen abgesagt worden war und ich erstmal schoen ausschlafen konnte. Schade zwar, dass ich Tequilla somit verpasst habe, aber naja, im Endeffekt ist da auch nicht mehr als 2, 3 Brauereien die man besichtigen kann.

Nach einem Ruhetag fuhr ich dann Montag vormittag ins nicht so weit entfernte Guanajuato, eine der beruechtigten Silberstaedte Zentralmexikos, deren Minen einst fast die komplette Silberproduktion der Welt durchfuehrten und den Spaniern jedemenge Reichtum brachten. Die Stadt liegt in einem engen Tal, und hat eine sehr interessante Topografie. Saemtliche Hauptstrassen verlaufen unterirdisch in einem ausgetrockneten Flussbett und insgesamt vielleicht 15 miteinander vernetzten Tunnels. Dementsprechend ruhig ist es oben auf den zahlreichen schoenen Plazas und in den engen Gassen. Guanajuato ist ausserdem eine bedeutende Universitaetsstadt, was ihr ein hervorragendes Nachtleben und viele nette Cafes verschafft. Ausserdem gibt es ein sehr beruehmtes und, naja sagen wir mal „aussergewoehnliches“ Museum, das diverse Leichen ausstellt, die auf dem oertlichen Friedhof ausgegraben wurden. Irgendwann mussten sie einige Graeber oeffnen um Platz zu schaffen, und da fiel ihnen auf, dass durch das trockene Klima und die mineralhaltige Erde die Leichen nicht verrottet sondern mumifiziert sind. Was also liegt naeher als ein Museum aufzumachen?! So sind sie die Mexikaner, man muss sie lieben…

Von Guanajuato ging es Mittwochs weiter nach Zacatecas, die noerdliche der Silberstaedte, die auf 2500m Hoehe in den Auslaeufern der grossen Wuesten Zentralmexikos liegt. Ebenfalls eine sehr schoene Stadt, die allerdings unter einem ziemlichen Verkehrsproblem leidet. Ich logierte in einem wirklich tollen Hostel, in dem abends eine All-You-Can-Drink-Margarita-Party stattfand! So entwickelte sich abermals eine dieser grandiosen internationalen Runden die ich so liebe! 3 Israelis, 3 Amis, 1 Kanadierin, 1 Englaender, 1 Franzose, 2 Mexikanerinnen, 1 deutschsprechender Peruaner der in der Schweiz wohnt und natuerlich ich. Dazu jedemenge Sangrias und richtig gute Israelische Musik, die ich irgendwo im Reggea/Ska-Bereich einordnen wuerde, und nach 12 zogen wir dann alle weiter in einen lokalen Nachtclub… Ein lustiger Abend!

Sightseeingtechnisch hat Zacatecas vorallem die Eden-Mine zu bieten, in der einst eine der reichsten Silberadern ueberhaupt, sowie verschiedene andere Metalle und Quarze abgebaut wurden. Heute stillgelegt und fuer touristen zugaenglich, ist sie ausserdem ein ungewoehnlicher Ort fuer einen, allerdings sehr teueren) Nachtclub. Die Fuehrung war durchaus interessant, man konnte noch viele kleine Quarzadern sehen, und es wurde auch die Geschichte der Silberminen Nueva-Españas und die damit verbundene Ausbeutung der lokalen Bevoelkerung nicht ausser Acht gelassen. Ansonsten stieg ich noch auf den ueber die Stadt ragenden Cerro de la Bufa und schwebte mit der von schweizern gebauten Seilbahn (Wer hats erfunden?!) ueber die Daecher der Stadt wieder zurueck. Abends nahm ich dann einen Nachtbus zurueck nach Mexico Stadt.

Samstag morgen fuhr ich per Bus hinaus zum nicht weit entfernten Teotihuacan. Diese riesige Ruinenstadt, (zu ihrer Zeit um 500 wohl eine der 5 groessten Staedte der Welt) in einem Tal in der Naehe Mexicos ist unter anderem mit zwei gigantischen Pyramiden bestueckt. Die groessere Pyramide der Sonne ist die 3. hoechste der Welt. Die 70m hinaufzuklettern ist bei der Hitze und der duennen Luft ziemlich anstrengend, doch wenn man einmal oben ist bietet sich ein toller Ausblick ueber die unzaehligen Tempel und kleinen Pyramiden entlang der Avenua de los Muertos. Diese Stadt muss wirklich einmal extrem beeindruckend gewesen sein. Um die Mittagszeit machte ich mich schon wieder auf den Rueckweg in die Stadt, ich hatte fuer den Abend Karten beim Spiel Cruz Azul gegen Veracruz gekauft. So fand ich mich um 17h voller Vorfreude vor dem Estadio Azul in den suedlichen Vororten Mexicos ein. Cruz Azul, auch genannt „La Maquina“ ist bekannt fuer seine hervorragende Jugendarbeit, aus der auch ein gewisser Aaron G. stammt der nun mit einer gewissen Diva aus Frankfurt leirt ist. Ich fand den richtigen Eingang und wollte das Stadion, genau rechtzeitig zum Anpfiff, betreten, doch leider musste ich dann merken dass wir in Deutschland beiweitem nicht die einzigen Fans sind die so allerlei Schikane und Willkuer ueber sich ergehen lassen muessen. Der Ordner untersagte mir (und vielen anderen auch) naemlich den Eintritt, da ich meine Kamera dabei hatte. Dies ist im Estadio Azul nicht erlaubt. Einen Ort wo ich diese haette unterbringen koennen gab es natuerlich auch nicht. Gelitten eben. Ich versuchte ihn zu ueberreden, doch ihm war es einfach nur scheissegal dass ich ein Ticket bezahlt hatte und extra 1 Stunde lang mit der Metro hier raus gefahren war. Im Endeffekt blieb mir nichts anderes uebrig als die Karte zu zerreissen und mich, mit einem extrem dicken Hals, wieder in die Metro zu setzen. Ich hab ja jetzt schon so das ein oder andere Fussballstadion besucht, aber so eine Scheisse hab ich echt noch nie gesehen. Naja, zumindest habe ich jetzt einen Hassverein in Mexico! Scheiss Cruz Azul!! Irgendwie hab ich hier nicht so viel Glueck mit den Fussballspielen… Ich hoffe mal dieses Glueck kommt bis Argentinien wieder, denn wenn ich es da nicht schaffe mindestens 1 Spiel in Buenos Aires zu sehen wuerde es mich echt aergern! (Zur Komplettheit: Es ist mir Scheissegal wie das Spiel ausging :D )

Zum Glueck ist Mexico City ja allerdings extrem gross und hat 3 Erstligavereine. Somit konnte ich heute vormittag noch einen Versuch starten. Mit 3 Oestreichern aus dem Hostel fuhr ich noch weiter hinaus in die Vororte, diesmal zum Estadio Olimpico, Heimat der Pumas, der Mannschaft der Universidad Autonoma de Mexico (UNAM). Diese waren mir sowieso schon sympatisch, da mein Gastbruder in Oaxaca Pumas-Fan war und ich schon das ein oder andere Spiel im TV gesehen hatte. Heute ging es gegen die Jaguares aus Chiapas. Diesmal gab es auch keine Probleme am Eingang, und wir waren puenktlich zum Anpfiff um 12h mittags (wer denkt sich sowas aus, bei der Hitze hier?!) im halbleeren weiten Rund. Vielleicht 25000 Fans hatten sich im 75000 fassenden Estadio Olimpico eingefunden, doch diese brachten von Beginn an einiges an Stimmung auf die Beine. Es war eine Freude die typisch Lateinamerikanischen Gesaenge anzuhoeren (Leider sassen wir durch einen Zaun vom Fanblock getrennt und konnten uns nicht dazu gesellen), und das Spiel war auch nicht schlecht. Die Jaguares brachten rein gar nichts zustande, und es haette schon zur Halbzeit locker 4-0 stehen koennen. Am Ende gewannen die Pumas locker und laessig mit 4-1. Alles in allem ein ganz angenehmer Fussballsonntag. Somit habe ich jetzt also auch ein Lieblingsteam in Mexico (von den Uhus mal abgesehn).

Morgen mittag fliege ich bereits runter nach Peru. Unglaublich dass fast 3 Monate Mexiko schon vorbei sind. Einerseits freue ich mich sehr auf Suedamerika, doch es faellt mir schon ein bisschen schwer Mexiko zu verlassen. Ich hatte hier echt eine geniale Zeit und bin total begeistert von diesem unglaublich vielseitigen Land. Bleibt mir nur zu sagen: „Hasta luego“, ich denke ich werde bestimmt irgendwann mal wieder kommen!

Viva Mexico!

Guanajuato, enge Gassen und bunte Häusschen…

Ein schöner Mercado in Guanajuato:

die grossteils unterirdisch verlaufenden Strassen:

Mina El Eden in Zacatecas:

Zacatecas:

Teotihuacan:

Auf der mächtigen Sonnenpyramide…

Sicht von der Mondpyramide:

Ciudad de México:

Estadio Olimpico, Pumas vs Jaguares 4-1

Adios México! Die Megastadt und umliegende Vulkane aus der Luft…





Go West

9 02 2008

Morgens um 4 fuhr der Bus Richtung Mexiko ab, so dass ich bereits gegen Mittag ueber die Grenze war. In Tapachula, einer quirligen kleinen und sehr mexikanischen Stadt hatte ich einige Stunden aufenthalt bevor es abends um 19h schliesslich per Nachtbus zurueck nach Oaxaca ging.

Um 7h morgens am naechsten Tag kam ich nach hause. Zumindest fuehlte es sich ein bisschen so an. Es war richtig schoen wieder nach Oaxaca zukommen, nochmal ueber die Kopfsteinpflasterstrassen zwischen den bunten Kolonialhaeusern zu schlaendern und dabei das ein oder andere bekannte Gesicht zu treffen. So zum Beispiel der Frisoer um die Ecke vom Haus meiner Familie, der mir gleich zuwinkte und mich fragte wo ich denn den letzten Monat gewesen sei, weil er mich gar nicht mehr jedentag hier vorbeilaufen sehen hat. Hier fuehle ich mich richtig wohl! Ich besuchte nochmal meine Familie, ass eine typische Oaxaca-Tlayuda sowie abends noch einen Elote und traf abends beim Cafe Social auf einige meiner Mitschueler die immernoch hier sind. Am naechsten Mittag stand ich(wenn auch etwas schweren Herzens) schon wieder am Busbahnhof bereit um erstmal 7 Stunden durch wunderschoene zerklueftete und Kakteenbewachsene Berglandschaft nach Mexico City zu fahren, wo ich abends im riesigen Terminal Norte ankam, einem von 4 grossen Busterminals in der Stadt, dass sich eher wie ein mittelgrosser Flughafen anfuehlt als wie ein Busbahnhof. Ich besorgte mir ein Ticket fuer einen Nachtbus nach Guadalajara und sass nur eine Stunde spaeter schon wieder im Bus.

Morgens um 6.30 kam ich schliesslich in Guadalajara an. Innerhalb von nur 3 Tagen hatte ich knapp 36 Stunden in Bussen verbracht und einiges an Distanz zurueckgelegt. Aber schon bald merkte ich dass es die richtige Entscheidung war! Guadalajara ist nochmal ein ganz anderes Mexiko, als der Suedosten. Viele sagen Guadalajara sei die mexikanischste aller mexikanischen Staedte. Der Tequilla kommt aus dieser Gegend, (das Dorf Tequilla liegt nur 50km entfernt und wird von mir morgen einen Besuch abgestattet bekommen) ebenso wie die riesigen runden Sombreros und die urmexikanischen Mariachi-Strassenmusiker. Die 3 Millionen-Einwohner-Stadt fuehlt sich gar nicht so gross an wie sie ist, es gibt jedemenge gemuetliche, schattige Plazas zwischen praechtigen alten Gebaeuden und insgesamt eine angenehme Atmosphere! Ausserdem ist Guadalajara absolut Fussballverrueckt! 3 Vereine aus der Stadt spielen in der 1. Liga Mexikos, und ich fand heraus dass sowohl Freitagabend als auch Samstagabend Spiele anstehen. Gerade aufgrund des furiosen Rueckrundenstarts der Eintracht, spuerte ich sowieso einen ziemlichen Fussballentzug und wollte es mir daher auf keinen Fall entgehen lassen hier mindestens ein Spiel zu sehen! Gestern abend bin ich dann also per oeffentlichen Bussen hinaus zum „Estadio 3 de Marzo“ gefahren, wo die „Tecos“, also die Eulen spielen, die Mannschaft der autonomen Universitaet Guadalajaras, UAG. Die Anfahrt gestaltete sich als etwas kompliziet da ich zuerstmal zum anderen Stadion, dem viel groesseren Estadio Jalisco gelotst wurde, das am anderen Ende der Stadt liegt. Aber ich schaffte es grade noch rechtzeitig um 18h vor dem Stadion aufzutauchen. Die Tecos spielten heute gegen den Rekordmeister CF America, somit war das kleine aber feine Stadion, dass 1986 WM-Schauplatz war, auch gut gefuellt, was sonst wohl nicht wirklich der Fall ist. Es gab einen Block aus ungefaehr 500 roten Tecos Supportern, und bestimmt 10000 gelbe America-Fans. Anscheinend sind die Eulen so etwas wie die mexikanische Variante von Fortuna Koeln oder Wattenscheid. Ist ja auch kein grosses Wunder wenn in der selben Stadt noch die beiden riesen Chivas und Atlas beheimatet sind. Ich sass zwischen lauter America-Fans direkt hinter dem Tor und hatte meinen Spass am 2-1 Sieg der gelben „Adler“. Heute abend steht noch der Classico zwischen Atlas und Chivas an, das Stadtderby also, dass ich auch gerne besuchen moechte. Karten gab es laengst keine mehr, aber vielleicht kann ich ja vor dem Stadion was finden. Schauen werde ich aufjedenfall mal!

Morgen moechte ich dann wie gesagt tagsueber nach Tequilla und dann abends weiterfahren, wahrscheinlich nach Zacatecas, eine der beruechtigten Silberstaetde Zentralmexikos. Ebenso wuerde ich eigentlich gerne noch San Luis Potosi und Guanajuato sehen, das wird aber glaube ich zu viel… Vamos a ver…

Zurück in Oaxaca!

Guadalajara! 2. grösste Stadt in Mexico!

Estadio 3 de Marzo – UAG vs CF America 1-2

Guadalajara en la noche…

vor dem Estadio Jalisco… Leider keine Karten zu bekommen…

Eine dieser geilen mutli-kulti-Hostel-Runden am Abend…